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Freelancer oder Offshoring: Worauf es bei der Wahl des Entwicklungspartners wirklich ankommt

Freelancer, Offshore-Agentur oder Partner? Vitec-CEO Marc Roset über versteckte Kosten, typische Fallen und was ein echter Entwicklungsprozess wirklich braucht.

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Marc Roset CEO von Vitec, im Interview
Freelancer oder Offshoring?: Porträt von Marc Roset, CEO von Vitec
Kategorie: Interviews Veröffentlicht am 6 Minuten Lesezeit

Technologie, Budget und das Konzept Deines Produkts spielen bei der Suche nach einem Entwicklungspartner eine Rolle. Doch was entscheidet wirklich? In diesem Interview von 2021 erklärt Vitec-CEO Marc Roset die Abwägungen, die typischen Fallstricke und was Du vor dem Start tun - und lassen - solltest.

Das Wichtigste in Kürze

  • Kläre zuerst, ob Du ein vollständiges Team mit Produkt-Know-how brauchst oder nur jemanden, der umsetzt.
  • Freelancer-Projekte scheitern oft an fehlender Beratung, Kommunikation und Prozessen, nicht am Code.
  • Ein Angebot, das zu günstig wirkt, spart meist an Stellen, die ein Nicht-Experte nicht sieht.
  • Ein echter Entwicklungsprozess reicht von Konzept und Prototyp bis zu Tests und langfristiger Wartung.
  • Wer an den falschen Stellen spart, zahlt später oft das Doppelte oder Dreifache.

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Freelancer oder Offshore-Team: Was ist besser?

Bevor Du Freelancer und Offshoring vergleichst, beantworte eine grundlegendere Frage: Suchst Du ein erfahrenes Team, das alle Bereiche der Softwareentwicklung abdeckt, die Dein Projekt braucht, oder einen Entwickler, der Deine Idee aus Entwicklersicht umsetzt?

Zwei Spalten: Ein Entwickler deckt nur die Entwicklung ab, Beratung, Design, Tests und Projektleitung bleiben leer; ein Team deckt alle fünf Bereiche ab
Die eigentliche Frage: ein Entwickler für den Code oder ein Team für alles, was das Projekt braucht?

Die meisten Unternehmen und Gründer brauchen eigentlich einen Partner, der das fehlende Software-Know-how mitbringt - jemanden, der die Idee nicht nur umsetzt, sondern sie kurz- und langfristig begleitet und ihren Wert steigert.

Das Problem: Viele sparen an der falschen Stelle. Sie stellen aus einzelnen Freelancern ein provisorisches Team zusammen und versuchen, Entwicklungsprozesse ohne fundiertes Wissen aufzusetzen. Das kann nicht nur das Projekt gefährden, sondern das Unternehmen: Ein schlecht umgesetztes Produkt schadet dem Ruf oder hat sogar rechtliche Folgen, wenn Vorschriften nicht eingehalten werden.

Eine Antwort für alle gibt es nicht. Es hängt ab von:

  • dem Ziel des Projekts
  • vorhandenem Know-how
  • Nachhaltigkeit
  • Qualitätsanforderungen
  • Risikomanagement

Welche Probleme bringen Kunden von Freelancer-Plattformen mit?

Viele Kunden stellen sich Entwicklung einfacher vor, als sie ist - als entstünde ein gutes Produkt einfach Zeile für Zeile. Code zu schreiben ist nur ein Teil des Erfolgs. Es braucht viele fundierte Prozesse und Kompetenzen, die zusammenspielen. Kunden, die über Plattformen wie Fiverr oder Upwork zu uns kommen, hatten oft zu kämpfen mit:

  • fehlender Projektberatung am Anfang
  • schlechter Umsetzungsqualität
  • Sprachbarrieren
  • Ergebnissen, die nicht zu Anforderungen und Ideen passen
  • verpassten Terminen
  • schlechter Kommunikation
  • fehlender Eigeninitiative und fehlenden Ideen des Freelancers

Warum passiert das so oft?

Die meisten Kunden auf Freelancer-Plattformen haben selbst wenig Erfahrung mit Softwareentwicklung. Sie schreiben ihre Idee in ein Dokument oder eine Präsentation und teilen sie. Sehr oft wird dann strikt nach Vorgabe gearbeitet: Das Konzept wird umgesetzt, wie es dasteht, ohne dass jemand die Idee selbst hinterfragt:

  • Wer sind die potenziellen Nutzer, und was erwarten sie?
  • Was kennen sie von ähnlichen Produkten?
  • Welche digitalen Standards gelten?
  • Welche rechtlichen Vorgaben sind einzuhalten?
  • Welche Maßnahmen zur Cybersicherheit sind sinnvoll?

Das ist, als würdest Du Dir ohne Medizinstudium selbst Medikamente verschreiben. Ohne einen Experten, der diese Fragen stellt, bleiben die Risiken unsichtbar, bis sie teuer werden.

Und was ist mit den niedrigen Preisen?

Die Preisgestaltung ist das zweite Problem. 2021 war der Markt voll von internationalen Anbietern, die komplette native Apps für Android und iOS inklusive UI/UX und Tests für rund 4.000 US-Dollar bewarben.

Bedenkt man alles, was in eine erfolgreiche App einfließt, kommen selbst mittelgroße Projekte - Apps mittlerer Komplexität mit Backend - schnell auf über 1.000 Stunden. Würde ein solches Angebot wirklich alle nötigen Prozesse abdecken, ergäbe das einen Stundensatz von etwa 4 US-Dollar, von dem Mitarbeitende, Büro, Werkzeuge und Verwaltung bezahlt werden müssen. Das ist selbst in Ländern mit sehr niedrigen Löhnen unrealistisch. Seriöse internationale Unternehmen lagen damals meist zwischen 20 und über 100 US-Dollar pro Stunde.

Wenn Du trotzdem den günstigen Weg gehst, sei Dir bewusst: Du sparst an Stellen, die Du als Nicht-Experte zunächst nicht bemerkst - die aber den Projekterfolg ernsthaft gefährden können.

Eisberg: über Wasser die App-Screens, darunter Login, Schnittstellen, Backend, Tests, Store-Release, Hosting, Updates und Support
Das Angebot deckt die Spitze ab. Bezahlen musst Du den ganzen Eisberg.

Was gehört eigentlich zu einem Softwareentwicklungsprozess?

Ein Vergleich, den ich Kunden oft mitgebe: Wenn Du eine Maschine baust, wird aus der Idee ein Konzept, aus dem Konzept eine CAD-Konstruktion, Simulationen testen die Konstruktion unter Belastung, dann wird die Maschine gebaut und geprüft. Ein Projektleiter schließt die Lücken und hält alle Bereiche - und den Kunden - auf dem Laufenden. In der Softwareentwicklung sind dieselben Prozesse Pflicht:

  1. Ideenfindung
  2. Digitales Konzept auf Basis von Produkt- und Marktanforderungen
  3. Validierung mit einem Prototyp
  4. UI/UX-Design
  5. Entwicklung des Produkts, unterstützt durch Projektwerkzeuge (etwa Jira, Asana, Redmine), Versionskontrolle (etwa GitHub, Bitbucket), QA-Werkzeuge (etwa LambdaTest, Testsigma) und Prozesse, die Umfang, Qualität und Zeitplan im Blick behalten
  6. Abschließende End-to-End-Tests
  7. Langfristige Wartung und Weiterentwicklung

Dafür braucht es verschiedene Experten - Entwickler, Designer, Tester, Projektmanager - und je nach Komplexität weitere. Damit alle Zahnräder ineinandergreifen, braucht es ein eingespieltes Team und solide Prozesse. Wenn Qualität das Ergebnis guten Projektmanagements sein soll und kein Zufallsprodukt beim Programmieren, plane diese Prozesse und Werkzeuge in Dein Budget ein - besonders für langfristigen Support und Weiterentwicklung. Sonst musst Du Deine Erwartungen entsprechend senken.

Vier Zahnräder greifen ineinander: Entwicklung, Design, Tests und Projektmanagement; das Maskottchen zeigt darauf
Ein eingespieltes Team: nur wenn alle Zahnräder greifen, läuft das Projekt.

Was passiert nach dem ersten Release?

Version 1.0 ist nur der erste Schritt im Produktzyklus. Wie leicht und sicher sich Dein Produkt weiterentwickeln lässt, hängt davon ab, wie es gebaut wurde und welche Praktiken für Skalierbarkeit, Sicherheit und Qualitätssicherung von Anfang an galten.

Neben laufenden Kosten - Server, stabiler Betrieb, Betriebssystem-Updates, Anpassungen an Bibliotheken von Drittanbietern - musst Du auf Nutzerfeedback reagieren und Nutzer mit neuen Funktionen bei Laune halten. Kaum ein Markt ist so dynamisch wie der App-Markt. Du brauchst langfristigen Support und Monitoring von Absturzraten, Performance und UX-Schwächen. Ohne das gehen die Nutzer so schnell, wie sie gekommen sind.

Senkt Outsourcing in Niedriglohnländer die Kosten?

Theoretisch ja - die Stundensätze sind niedriger. Aber Du hast es mit kulturellen Unterschieden, Sprachbarrieren, Zeitzonen, einem anderen Rechtssystem und großer Entfernung zwischen beiden Unternehmen zu tun. Das kann zu kritischen Situationen führen, die kein Unternehmer erleben möchte.

In solchen Märkten gibt es zudem kleine Agenturen aus lose verbundenen Freelancern, ohne klare Strukturen und etablierte Prozesse. Hohe Fluktuation bedeutet Wissensverlust, verschobene Projekte und kaum die Vorteile, die langfristige Zusammenarbeit in interdisziplinären Teams bringt. Meist bedeuten niedrigere Kosten Einsparungen in Teilen des Entwicklungsprozesses - und das kostet Qualität.

Diese Lücke zwischen Qualität und wettbewerbsfähigen Preisen wollen wir schließen: als europäisches Unternehmen, mit einem lokalen Projektmanagement als Deinem Verantwortlichen und mit langjährigen Partnern, deren Prozesse wir über viele Jahre qualifiziert haben.

Was empfiehlst Du Menschen ohne technischen Hintergrund?

Einsparungen bedeuten meist weniger Stunden für Projektmanagement, weniger Beratung, weniger Erfahrung. Wenn Du Deine Idee im Einklang mit Vorschriften, Sicherheit und Branchenstandards umsetzen willst, brauchst Du einen Partner, der Dir sagen kann, wie es richtig geht.

Ein einzelner Freelancer oder ein sehr kleines Unternehmen hat diese Wissensbreite selten. Die Folgen können hart sein: schlechte UX, Qualitätsmängel, Sicherheitslücken, die zu Datendiebstahl führen, oder Verstöße gegen Vorschriften - und damit ein gescheitertes Produkt oder Strafen.

Informiere Dich also, lass Dich richtig beraten und prüfe mit einem Partner, wie sich das Projekt am wirksamsten umsetzen lässt, bevor Du startest. Ich sage unseren Kunden immer: Es ist Deine Idee. Als ich mein erstes digitales Produkt an den Markt gebracht habe, habe ich nicht an Beratung und Entwicklung gespart - ich habe dafür gesorgt, dass die Idee in den Händen von Experten liegt.

Wer an den falschen Stellen spart, zahlt am Ende das Doppelte oder Dreifache - und es richtig zu machen, wäre günstiger gewesen.

Marc Roset, CEO von Vitec

Und wenn Dir diese Investition das nicht wert ist, bist Du von Deiner Idee wahrscheinlich nicht überzeugt genug.

Wie siehst Du das?

Wir sind überzeugt: Erfolgreiche digitale Produkte entstehen aus ehrlicher Kommunikation, transparenter Projektumsetzung, einem produktzentrierten Ansatz und langfristigen Beziehungen. Ob Du gerade startest oder Deine Branche digital schon anführst - wir beantworten gern Deine Fragen zum Entwicklungsprozess oder zu Deiner App-Idee. Melde Dich für ein erstes Gespräch.

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